Alle Artikel mit dem Schlagwort: Vince

Esmera

Angeblich konsumiert so gut wie niemand Pornographie. Da fragt man sich doch, warum die Pornoindustrie jedes Jahr Milliarden umsetzt. Falls die Produkte nicht gerade an kleine grüne Männchen verkauft werden, so liegt der einzig naheliegende Schluss doch darin, dass sich die meisten Konsumenten immer noch nicht trauen zuzugeben, dass sie pornographisches Material erwerben. Angesichts einer dauersexualisierten Gesellschaft ist das ein erstaunliches Phänomen. Denn Nacktheit und Anzüglichkeit ist allerorten zu sehen. Trotz aller Liberalisierung der letzten Jahrzehnte, vor allem seit den 1960ern, haftet dem Porno immer noch etwas Ruchbares an, wozu auch die Anti-Porno-Kampagnen feministischer Gruppierungen beigetragen haben dürften. Doch es gibt auch immer wieder Versuche, der Erwachsenenindustrie ihren Nimbus zu nehmen und sie in den Mainstream einzugliedern. So gibt es etwa mit Xanadu eine französische TV-Serie, die im Porno-Milieu spielt, und immer wieder nehmen sich renommierte Regisseure expliziter Szenen an, wie Lars von Trier in Antichrist und Nymphomaniac oder Michael Winterbottom in 9 Songs. Dabei geht es weniger um eine Provokation, auch wenn die Szenen dann gerne diskutiert werden, sondern darum, wie selbstverständlich und wichtig …