Alle Artikel mit dem Schlagwort: Pat Mills

„Om Tiddy Pom Pom“: Der Kriegscomic Charley’s War

1917, Westfront. Der Krieg ist festgefahren und die Soldaten desillusioniert. Ein britischer MG-Schütze schießt, ohne dabei etwas treffen zu wollen, in die Luft. Es klingt wie ein Marsch, „Om Tiddy Pom Pom“, was einen deutschen MG-Schützen anspornt, im selben Rhythmus aus seinem Gewehr eine Salve mit einem rhythmischen „Pom Pom“ nachzuschieben. Es handelt sich hier um nicht weniger als einen subversiven Akt im Ersten Weltkrieg. Trotzig versucht man, wenigstens mit den MGs noch eine Kontaktform jenseits des gegenseitigen Tötens, und sei es nur, um sich zu versichern, dass die feindlichen Soldaten eben doch auch Menschen sind, auch wenn die Heeresleitung etwas anderes behauptet und das gemeinsame Musizieren mit Waffen als Verbrüderung mit dem Feind selbstverständlich der Todesstrafe würdig ist.

Slaine – Morgendämmerung

Es hat schon mehrere Anläufe gegeben, die britische Barbaren-Serie Slaine bei uns bekannt zu machen; der derzeitige Ansatz des neuen Dantes Verlag ist jedoch der erste, der die Serie chronologisch vom ersten Kapitel an startet. Das ist einerseits gewagt, weil die besten Kapitel der Reihe erst mal auf sich warten lassen (– und schlimm wäre es, wenn‘s anders wäre; wer braucht schon eine Serie, die ihre Höhepunkte bereits zum Anfang verbrennt), andererseits ist es vernünftig: Erstens ist der epische Höhepunkt der Reihe, Der Gehörnte Gott, bereits in den 90ern in Deutschland erschienen (Feest Comics) und zweitens wird Chronologie in einer Gesamtausgabe heutzutage von den Lesern geschätzt. Daher stellt sich nur eine Frage: Muss man diese Serie kennen?