Alle Artikel mit dem Schlagwort: okay (4-6 Punkte)

Das Fleisch der Vielen

Zum Einstieg gleich die Gretchenfrage: Wie hast du’s mit der Adaption? Zweitklassig nur, da nacherzählt von bess’rer Originalversion? Oder weckt es gerade dein Interesse, zu sehn, mit welcher Raffinesse ein Künstler sich zu eigen macht, was sich ein anderer ausgedacht? Liest du das alte Werk zuerst, Damit den Kontext du erfährst? Oder stürzt du dich ins Neue Und scherst dich nicht um Werkestreue? Ich weiß es auch nicht, ehrlich – ich hab’s mal so, mal so. Mal macht mich nur der Ursprungstext, mal nur das neu Entstandene froh.

Wolkenbügel – Berlin im Rausch

Wolkenbügel beginnt auf hoher See. Auf einem deutschen Schlachtschiff beschäftigen sich drei Männer mit Malen. Das Schiff nähert sich einem Minenfeld, das kompromisslos aus dem Weg geschossen wird. Doch dadurch wird ein Unterseemonster geweckt, welches das Schiff kurzerhand mit hunderten Tentakeln kentern lässt. Zwei der Männer können, kurioserweise durch ein Missgeschick, fliehen und machen sich auf nach Berlin.

Don’t touch it!

Die Zeit ist dafür wohl reif. Auch die Horror-Buffs der 80er- und 90er-Jahre werden langsam alt und schwelgen immer mehr in Nostalgie und Kindheitserinnerungen. Vor zwei Jahren waren es Christopher Tauber und Ingo Römling, die uns ihre Gefühle fürs VHS-Jahrzehnt mit Survivor-Girl im stilechten Videokassetten-Design offenbarten, dieses Jahr legt Timo Grubing mit Don’t touch it! eine unheimliche Horrorerzählung nach, wiederum herausgegeben von Christopher Tauber, wie Survivor Girl ebenfalls im Zwerchfell-Verlag.

Capa – Die Wahrheit ist das beste Bild

„Wenn deine Bilder nicht gut sind, warst du nicht nah genug dran.“ Robert Capa Mit diesem Zitat beginnt Florent Silloray seine grafische Biografie über den Kriegsfotografen Robert Capa (1913-1954). Damit gibt er sich den Maßstab für seinen Comic in gewisser Weise selbst vor, schließlich erzählt er seine Geschichte in Bildern. Es stellt sich also unweigerlich die Frage, inwieweit es Silloray gelungen ist, die entscheidenden Momente aus Capas Leben wiederzugeben. Um die Antwort vorwegzunehmen: Leider war Silloray nicht nah genug dran!