Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kunstcomic

Schappi

Am ersten Juli jeden Jahres öffnet die Herrin der am Berg gelegenen „Halle der edlen Schnitzwerke“ ihre Pforten für die armen Künstler, die das ganze Jahr über im Tal in aufgekratzter Stimmung nach Ausdruck und Relevanz streben. Einmal im Jahr dürfen diese ihre Werke ausstellen. Die meisten findet sie lächerlich. Einige behält sie aus Mitleid.

Lichtung

Das Beste ist das Licht: Sorgsamst inszenierte weiße Kleckse und Sprenkel, Kegel und Flure reißen hell die gedämpften blaugrünen Bilder auf. Das Zweitbeste sind die unheilvollen Landschaften: aus gekratzten und geschabten Papierstücken zusammencollagierte Wälder, Berge und Kreidefelsen, so anheimelnd wie abweisend, die mit staksigen Hochhäusern kontrastieren.

Die Wächter des Louvre

Einmal im Jahr publiziert das Pariser Musée du Louvre in Kooperation mit dem französischen Verlag Futuropolis einen Comicband, für den sich ein renommierter Künstler mit dem berühmten Museum beschäftigt. So haben u.a. Enki Bilal, Éric Liberge oder Marc-Antoine Mathieu schon Louvre-Alben vorgelegt. Auch die in deutscher Übersetzung erhältlichen Bände Der schielende Hund (Egmont Graphic Novel) von Étienne Davodeau und Einmal durch den Louvre (Reprodukt) von David Prudhomme fallen darunter.

Ich, der Mörder

Antonio Altarriba ist Professor für französische Literatur an der Universität des Baskenlandes und nebenbei Comicautor von Werken wie Die Kunst zu fliegen (avant-verlag). Zusammen mit dem spanischen Zeichner Keko (i. e. José Antonio Godoy) hat Altarriba den Band Ich, der Mörder entworfen, in welchem ein Kunstprofessor in seiner Freizeit Menschen tötet.

Der Ausflug 1: Flaschenpost

In der schwer greifbaren Grauzone zwischen Kindercomic und Kunstcomic bewegt sich die neue Comicbuchserie Der Ausflug vom Autorenduo bachwald (das sind Julian Fiebach und Benjamin Gottwald). Völlig ohne Worte entspinnen die beiden eine recht eingängige, wenn auch weitgehend sinnfreie Erzählung über zwei menschlich dargestellte Vogelwesen, die eine kleine Insel bewohnen und ein recht zufriedenes Leben führen. Außer diesem Pärchen gibt es noch eine freche Möwe, die stets etwas auf Distanz bleibt, aber regelmäßig versucht, den beiden Bewohnern das Essen zu stehlen.