Alle Artikel mit dem Schlagwort: Humor

Maertens

Gäbe es einen Preis für das abgefahrenste Figurendesign eines Comics, Maximilian Hillerzeder würde ihn dieses Jahr abräumen. Schon der titelgebende Maertens beeindruckt mit dem wohl längsten Kinn der Comicgeschichte, aber das ist noch ein vergleichsweise konventionelles Feature im Vergleich zu den Nebenfiguren: Ein Mann, dessen Nase und Ohren nicht zu seinem Kopf gehören zu scheinen, diverse anthropomorphe Tiere, Polizisten mit Köpfen in Form von Spannpratzen und diverse Typen mit Gebüschkopf oder Lauchgesicht, wandelnde Zweigchen, Kürbisköpfe oder meine Lieblingsfigur, der Playstationhead. Und doch hat man irgendwie das Gefühl, diese Typen zu kennen.

The Amazing Screw-On Head und andere seltsame Dinge

Über Jahre hinweg hat sich der US-amerikanische Autor/Zeichner Mike Mignola sukzessive ein eigenes kleines Comicuniversum aufgebaut. Angefangen hat dies natürlich bei Mignolas bis heute legendärem Indie-Titel Hellboy, dessen Hauptfigur schließlich zu den ausufernden Abenteuern der B.U.A.P. führen sollte. Neben diesem Kernbereich rund um den Höllenjungen, erweiterten Mignola und weitere Künstler die so entstandene Welt aber auch um viele andere, weitgehend unabhängige Erzählungen, wie z.B. die des Vampirjägers Baltimore oder Frankenstein Underground.

Herbst in der Hose

Nun ist es amtlich: Konrad und Paul sind tatsächlich miteinander alt geworden. Das hätte leicht anders ausgehen können, denn Reibungsflächen und Konfliktpotenzial gab es bei diesen beiden Charakterköpfen, die Ralf König nun schon seit den 1980er Jahren begleiten, genug. Das liegt vor allem am Naturell von Paul, denn im Gegensatz zum ausgeglichenen Konrad ist Paul sehr umtriebig, was nicht immer beziehungsförderlich ist. Tatsächlich ist Paul aber viel mehr als ein Stichwortgeber für launige Beziehungskomödien. In meinen Augen ist Paul einer der großen Helden der Comicgeschichte, wenn nicht gar ein Archetyp.

Dickie

Dickie, das ist eigentlich so ein richtiger Normalo. Ein rundlicher Typ mit wenig verbliebenen Haaren und von der Persönlichkeit her etwas einfältig. Nicht gerade der klassische Typus eines Comicheroen. Und doch erlebt dieses putzige Männlein, zu Beginn von seinem Schöpfer Pieter de Poortere noch als Durchschnittsbauer charakterisiert, die tollsten Abenteuer. Leider fast ausnahmslos mit negativen Wendungen. Tragisch für Dickie, höchst amüsant für den Leser.

Rocket Raccoon 1-3

Seit dem Kinoerfolg von Guardians of the Galaxy kann es als allgemein akzeptiert gelten, dass das Marvel-Universum nicht nur von Menschen, Mutanten und Göttern bevölkert ist, sondern auch von der ein oder anderen sprechenden Tierfigur: Der Waschbär namens Rocket Raccoon wurde gemeinsam mit seinem Kumpel Groot, einer Art wandelndem Baum, zum Fanliebling und bekam 2014 seine eigene Comicserie.