Alle Artikel mit dem Schlagwort: gut (7-8 Punkte)

Batman/Turtles + Ghostbusters/Turtles

Als Kevin Eastman und Peter Laird vor 33 Jahren die im Untergrund lebenden, pizzaliebenden Teenage Mutant Ninja Turtles aus der Taufe hoben, waren sie wenig mehr als eine Parodie auf damals angesagte Kampfsporthelden. Kurz danach traten die aus den Comics stammenden Schildkröten eine multimediale Karriere an, die sie – in Form von Spielzeug und Zeichentrickfolgen – in unzählige Kinderzimmer einquartieren sollte. Und auch heute noch bestehen sie weiter und werden immer wieder in Kinofilmen, Comics oder Animationsserien präsentiert. Bei den beiden deutschen Verlagen Panini und Dani Books sind jüngst mit nur wenigen Monaten Abstand zwei Crossover-Comics veröffentlicht worden, in denen die Ninja Turtles auf vergleichbar bekannte Figuren treffen; zum einen DCs legendärer Superheld Batman, zum anderen die ebenfalls 33 Jahre alten Ghostbusters, deren aktuelle Comicserie wie auch jene der Turtles bei IDW erscheint. Als Kevin Eastman und Peter Laird vor 33 Jahren die im Untergrund lebenden, pizzaliebenden Teenage Mutant Ninja Turtles aus der Taufe hoben, waren sie wenig mehr als eine Parodie auf…

Die Judenbuche

„Jeder Mulitreiber hat an‘ Kugelschreiber aber unser einer, der hat nix, aber unser einer, der hat nix, aber unser einer, der hat nix“, so geht ein beliebtes bayerisches Spaßlied, das vor allem an Fasching gern gespielt wird. Das Stück geht mir regelmäßig in den Kopf, wenn ich mitbekomme, wie deutsche Comics und deren Förderpraxis gesehen werden. Neben Humor scheinen nur Eventcomics und Literaturadaptionen bei den Verlagen eine realistische Chance zu haben, denn man setzt auf vertraute Stoffe. Aber hat’s Amerika wirklich besser mit seinen endlosen Variationen von Zombies, Superhelden und Star Wars? Es scheint eben ganz so, dass jede Kultur ihre eigenen Irrwege fabriziert und pflegt. Und auch wenn man behauptet, dass mit jeder Adaption etwas originär Neues stirbt, so sollte man doch auch anerkennen, dass eine gelungene Adaption Freude bereiten und als eigenständiges Kunstwerk bestehen kann. „Jeder Mulitreiber hat an‘ Kugelschreiber aber unser einer, der hat nix, aber unser einer, der hat nix, aber unser einer, der hat nix“, so geht ein beliebtes bayerisches Spaßlied, das…

Esmera

Angeblich konsumiert so gut wie niemand Pornographie. Da fragt man sich doch, warum die Pornoindustrie jedes Jahr Milliarden umsetzt. Falls die Produkte nicht gerade an kleine grüne Männchen verkauft werden, so liegt der einzig naheliegende Schluss doch darin, dass sich die meisten Konsumenten immer noch nicht trauen zuzugeben, dass sie pornographisches Material erwerben. Angesichts einer dauersexualisierten Gesellschaft ist das ein erstaunliches Phänomen. Denn Nacktheit und Anzüglichkeit ist allerorten zu sehen. Angeblich konsumiert so gut wie niemand Pornographie. Da fragt man sich doch, warum die Pornoindustrie jedes Jahr Milliarden umsetzt. Falls die Produkte nicht gerade an kleine grüne Männchen verkauft werden,…

Sir Gawain und der Grüne Ritter

Wer sich mit der Artus-Sage auskennt, weiß wie diese Geschichte weitergeht: Nachdem ein grüngekleideter Riese zum Jahreswechsel in Camelot erscheint, fordert er König Artus und seine Ritter dazu auf, ihm einen heftigen Schlag zu versetzen. Wenn der Riese diesen überlebt, gehört der zweite Schlag ihm. Wer sich mit der Artus-Sage auskennt, weiß wie diese Geschichte weitergeht: Nachdem ein grüngekleideter Riese zum Jahreswechsel in Camelot erscheint, fordert er König Artus und seine Ritter dazu auf, ihm…

Survivor Girl

Ein Genre braucht Konventionen, um sich als ein solches zu etablieren. Wiederkehrende Elemente bilden in der Zusammenschau erst ein Genre heraus, erlauben damit eine Erwartbarkeit von inhaltlichen und gestalterischen Elementen und bieten dem potentiellen Leser eine Einordnung. Wobei die Grenze,  an der die genrebildenden Elemente zu reinen Klischees verkommen, dünn ist. Der Wiedererkennungswert eröffnet jedoch auch die Möglichkeit zur Parodie, da man eben davon ausgehen kann, dass jeder und jede mit den durch den Kakao gezogenen Elementen vertraut ist. So ist es auch mit Survivor Girl, dessen Cover im besten abgegriffenen Videokassetten-Vintage-Design gestaltet ist. Da gibt es den Videothekenaufkleber, der besagt, dass das unterlassene Zurückspielen der Kassette eine Strafgebühr kostet, eine FSK-Kennzeichnung, einen Hinweis auf Bonusmaterial etc. Das lässt die Zeiten der VHS-Epidemie in den 1980ern wieder aufleben. Damals erlebte der Horror mit seinen Direct-to-video-Veröffentlichungen einen wahren Boom, von dem vor allem das Slashergenre profitierte, welches hier zusammen mit dem modernen Horrorfilm seine Parodie erfährt. Schon der Titel der Sammlung von Comic-Strips, welche ursprünglich als Webcomics veröffentlicht wurden, spielt auf die Überlebenden der Horrorfilm-Gemetzel an. …

Shipwreck

„Der Weltraum – unendliche Weiten“ lauten die verheißungsvollen, einleitenden Worte jeder Star Trek-Episode. Das erinnert nicht von ungefähr an den amerikanischen Mythos der offenen Grenze, von der Welt im Westen, die es noch zu entdecken und erobern gilt. Die Science Fiction hat diesen Mythos schon oft wiederbelebt, am prominentesten vielleicht Ray Bradbury in seinen Mars-Chroniken. Aber andere SF-Erzählungen, ob Dune, Saga oder Star Wars haben uns auch gezeigt: Ist das All erst einmal besiedelt, dann kommen die gleichen Konflikte wieder zurück, die bereits den einen – eigentlich großen – Planeten Erde auf eine eigenartig beklemmende Größe zusammenschrumpfen ließen. Und dann wird aus dem verklärten Traum vom Neuanfang „da draußen“ das, was wohl eher der Realität entspricht: Die Ungewissheit eines Flüchtlingsschicksals, die einhergeht mit minimalem Gestaltungsspielraum bei gleichzeitig maximaler Abhängigkeit von Anderen. „Der Weltraum – unendliche Weiten“ lauten die verheißungsvollen, einleitenden Worte jeder Star Trek-Episode. Das erinnert nicht von ungefähr an den amerikanischen Mythos der offenen Grenze, von der Welt im Westen,…