Alle Artikel mit dem Schlagwort: fantastisch (9-10 Punkte)

Deae ex machina 4 & 5

Geschichte scheint sich zu wiederholen. Auf Krieg folgt Frieden, Naturkatastrophen begraben gewaltige Städte innerhalb eines Tages unter sich, nur damit neue Zivilisationen auf den Ruinen erbaut werden und immer mal wieder versucht jemand eine neue Weltordnung zu errichten, da ihm die Alte nicht gefällt. Ob die echte Welt so funktioniert ist diskutabel, aber in der Fiktion ist es ein interessantes Thema, um das sich eine Geschichte um Geschichte stricken lässt.

Am liebsten mag ich Monster

Manchmal ist die Entstehungsgeschichte eines Comics fast erstaunlicher und spannender als dessen Inhalt. Für Emil Ferris‘ Monumentalwerk Am liebsten mag ich Monster trifft dies in jedem Fall zu. Es ist das Comicdebüt der 56-jährigen Künstlerin, erschaffen in einer Periode von gut zehn Jahren, konsequent vorangetrieben trotz zeitweiliger Obdachlosigkeit und krankheitsbedingter Lähmung. Nachdem das erste über 400 Seiten starke Buch endlich veröffentlicht werden konnte, wurde es prompt mit u.a. drei Eisner-Awards bedacht. Diese Umstände machen Am liebsten mag ich Monster zu einem noch größeren Phänomen, als es auf Basis der Lektüre ohnehin schon ist.

Raffington Event

Raffington Event ist die skandalöseste Comicpublikation des Jahres: Diese grandiosen Kriminalminiaturen mit ihren düster-komischen Zeichnungen hätten niemals enden dürfen, vor allem nicht nach 56 Seiten. Schreiber & Leser beschert uns mit der aktuellen Andreas-Renaissance ein wunderbares Geschenk.

Maertens

Gäbe es einen Preis für das abgefahrenste Figurendesign eines Comics, Maximilian Hillerzeder würde ihn dieses Jahr abräumen. Schon der titelgebende Maertens beeindruckt mit dem wohl längsten Kinn der Comicgeschichte, aber das ist noch ein vergleichsweise konventionelles Feature im Vergleich zu den Nebenfiguren: Ein Mann, dessen Nase und Ohren nicht zu seinem Kopf gehören zu scheinen, diverse anthropomorphe Tiere, Polizisten mit Köpfen in Form von Spannpratzen und diverse Typen mit Gebüschkopf oder Lauchgesicht, wandelnde Zweigchen, Kürbisköpfe oder meine Lieblingsfigur, der Playstationhead. Und doch hat man irgendwie das Gefühl, diese Typen zu kennen.