Alle Artikel mit dem Schlagwort: Coming of Age

Unfollow

Als der Wahl-Hamburger Lukas Jüliger 2013 sein Comic-Debüt Vakuum veröffentlichte, war das ein Paukenschlag in den Medien: Der junge Student der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) wurde quer durch Print- und Funkmedien gefeiert. Bei seinem jüngsten Comic, Unfollow, darf man vermuten, wird das ähnlich sein.

Eine Schwester

Der 13-jährige Antoine verbringt die Sommerferien mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder in der Bretagne. Die Familie nimmt eine Freundin der Mutter dazu, die gerade eine Fehlgeburt hinter sich hat. Sie kommt mit ihrer 16-jährigen Tochter Hélène. Die offensichtlich gelangweilte Hélène trinkt, raucht, spottet und schäkert und lockt Antonio gnadenlos aus der Reserve und seinem noch recht kindlichen Ferientrott. Nach und nach stolpern die beiden auf erotische Experimente zu, und daraus entwickelt sich … Wasauchimmer.

Am liebsten mag ich Monster

Manchmal ist die Entstehungsgeschichte eines Comics fast erstaunlicher und spannender als dessen Inhalt. Für Emil Ferris‘ Monumentalwerk Am liebsten mag ich Monster trifft dies in jedem Fall zu. Es ist das Comicdebüt der 56-jährigen Künstlerin, erschaffen in einer Periode von gut zehn Jahren, konsequent vorangetrieben trotz zeitweiliger Obdachlosigkeit und krankheitsbedingter Lähmung. Nachdem das erste über 400 Seiten starke Buch endlich veröffentlicht werden konnte, wurde es prompt mit u.a. drei Eisner-Awards bedacht. Diese Umstände machen Am liebsten mag ich Monster zu einem noch größeren Phänomen, als es auf Basis der Lektüre ohnehin schon ist.

Der freie Vogel fliegt 1-3

Allen jungen Menschen winkt, egal mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben, eine glänzende Zukunft, schreibt die Künstlerin Jidi im Nachwort von Der freie Vogel fliegt. Aber sehen die Jugendlichen diese glanzvolle Zukunft tatsächlich? Als Jidi 2005 vom Selbstmord eines begabten Schülers hörte, weil er an einer Probeklausur für die Zulassung zur Universität versagte, musste sie weinen und konnte nicht aufhören. Sie nahm diese Nachricht zum Anlass, die erste Version von Der freie Vogel fliegt zu schreiben, ein Roman, in dem sie ihre eigene Schulzeit aufarbeitete. Einige Jahre später beschloss sie, obwohl selbst Zeichnerin, die Geschichte mit der von ihr stets bewunderten Künstlerin Ageng ein weiteres Mal aufzusetzen – diesmal als Comic. Die beiden Künstlerinnen wurden bald Freundinnen fürs Leben, der Comic zudem ein Bestseller, was nicht nur Agengs wunderschöner Grafik zu verdanken sein dürfte, sondern auch der Tatsache, dass die beiden einen Nerv getroffen haben.