Alle Artikel mit dem Schlagwort: Abenteuer

Die Comics von Jean-Michel Charlier – Teil 2: Totentanz

Im ersten Teil unseres Zweiteilers über die Comics von Jean-Michel Charlier wurden bereits so manche charakteristische Gemeinsamkeiten vorgestellt, die in der über vierzig Jahre währenden Karriere des Autors immer wieder auftraten. Teil 2 setzt diese Untersuchung fort. Zunächst wird der Schwerpunkt auf charakteristische Frauenfiguren gelenkt. Im abschließenden Kapitel mit dem programmatischen Titel „Totentanz“ geht es dann um nihilistische Tendenzen in Charliers Gesamtwerk. Sicher könnte man auch ein anderes Motto für Charliers Comics heranziehen, doch ist dies meines Erachtens schon ausreichend in der Reddition-Schwerpunktausgabe zu Charlier von 2003 geschehen. Mir geht es um das destruktive, latent menschenfeindliche, angesichts dessen, welche Verheerungen in Kauf genommen werden, fast lebensfeindliche Element, das in Charliers Werk immer wieder durchscheint.

Die Comics von Jean-Michel Charlier – Teil 1: Machertypen, Maschinen, Motoren und Militär

Jean Michel Charlier war einer der bedeutendsten Autoren klassischer frankobelgischer Comics. Seine Abenteuergeschichten um Piloten, Piraten, Pfadfinder, Privatdetektive und Kavalleriesoldaten überzeugen bis heute durch geschickt konstruierte Plots und Cliffhanger; als Szenarist spannender Geschichten erscheint er mir bis heute unerreicht. Allerdings muss man als modern denkender Mensch Charliers Erzählungen als guilty pleasure betrachten, die mit modernen Überzeugungen mitunter in Konflikt stehen. Zu unreflektiert ist die Darstellung des Soldaten als Held, zu selbstgefällig die Überzeugung der Hauptfiguren, stets auf der richtigen Seite zu stehen. Jean Michel Charliers Comics idealisieren ein Männlichkeitsbild, das ich nicht per se als negativ oder gar „toxisch“ bezeichnen möchte, im Gegenteil denke ich, dass man sich von einigen der klassischen Tugenden, die in den Comics vermittelt werden, durchaus inspirieren lassen kann, seien es Durchhaltevermögen, Enthaltsamkeit, Improvisationstalent oder schlichtweg technisches Know-how. Problematisch hingegen ist die Empathielosigkeit und Kälte, die Charlier in allzu vielen seiner Geschichten an den Tag legt. Unmöglich, hier eine Trennlinie zwischen dem Autor und seinen Figuren zu ziehen, in der Summe seines Schaffens drängt sich vielmehr der Verdacht auf, dass man …

A House Divided 1 & 2

Der Krieg ist seit neun Jahren vorbei und die Bewohner des Landes haben sich von seinen Schrecken erholt. Trotzdem gibt es immer noch Probleme, wie zum Beispiel das Haus des Zauberers Ornun Zol, das ohne einen Besitzer die kleine Stadt Malrenard in Angst und Schrecken versetzt. Aus diesem Grund lassen die Bewohner des Ortes das Mädchen Henrietta Achilles zu ihnen bringen. Sie soll das Erbe des Zauberers antreten, da sie seine Nichte ist und das Haus somit beruhigen kann. Zumindest erzählen die Malrenarder der jungen Frau das, als sie ihr die Schlüssel des verfluchten Hauses übergeben. Alle Verantwortung lastet damit auf ihren Schultern  und die ungebetenen Gäste, die bereits im Haus unterwegs sind, machen es nicht einfacher. Dabei handelt es sich um zwei sich bekriegende Parteien, die aus ganz eigenen Gründen versuchen, das Geheimnis des Hauses zu lösen­. Und laut sind diese Raufbolde auch noch. Schöner Mist.

60 Jahre Sigurd: Das Schwarze Schiff / Laban – Labyrinth des Todes

Die Jubiläumsedition der Reihe Sigurd wird fortgesetzt, und diesmal sind es gleich zwei Bände auf einmal. Damit ist Hartmut Becker mit seiner Edition Comics etc. auf dem besten Weg, die schönste Sigurd-Ausgabe, die es je gab, zu veröffentlichen. Die aufwendige Aufbereitung und die Neukolorierung heben Hansrudi Wäschers Zeichnungen auf ein bisher nicht geahntes Niveau.