Alle Artikel in: Rezensionen

A House Divided 1 & 2

Der Krieg ist seit neun Jahren vorbei und die Bewohner des Landes haben sich von seinen Schrecken erholt. Trotzdem gibt es immer noch Probleme, wie zum Beispiel das Haus des Zauberers Ornun Zol, das ohne einen Besitzer die kleine Stadt Malrenard in Angst und Schrecken versetzt. Aus diesem Grund lassen die Bewohner des Ortes das Mädchen Henrietta Achilles zu ihnen bringen. Sie soll das Erbe des Zauberers antreten, da sie seine Nichte ist und das Haus somit beruhigen kann. Zumindest erzählen die Malrenarder der jungen Frau das, als sie ihr die Schlüssel des verfluchten Hauses übergeben. Alle Verantwortung lastet damit auf ihren Schultern  und die ungebetenen Gäste, die bereits im Haus unterwegs sind, machen es nicht einfacher. Dabei handelt es sich um zwei sich bekriegende Parteien, die aus ganz eigenen Gründen versuchen, das Geheimnis des Hauses zu lösen­. Und laut sind diese Raufbolde auch noch. Schöner Mist.

Die Erektion – Buch 1

Ein unüberlegter Satz kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, wenn ihm die zerstörerische Kraft inne wohnt, eine über zwanzigjährige Beziehung zu erschüttern. Das muss der Kunstprofessor Florent am 48. Geburtstag seiner Lebensgefährtin Lea erfahren. Obschon noch immer attraktiv, fühlt diese sich von ihrer besten und gleichaltrigen Freundin Alexandra als Konkurrentin bedroht. Als Florent auf die Frage, wer denn nun attraktiver sei, antwortet: „Das kann man doch nicht vergleichen, sie ist viel jünger als du“ und während der anschließenden Geburtstagsparty auch noch das Weihnachtsgeschenk für seine Mutter mit Leas Geburtstagsgeschenk verwechselt, genügt eine Erektion, um eine handfeste Ehekrise heraufzubeschwören.

Raffington Event

Raffington Event ist die skandalöseste Comicpublikation des Jahres: Diese grandiosen Kriminalminiaturen mit ihren düster-komischen Zeichnungen hätten niemals enden dürfen, vor allem nicht nach 56 Seiten. Schreiber & Leser beschert uns mit der aktuellen Andreas-Renaissance ein wunderbares Geschenk.

Maertens

Gäbe es einen Preis für das abgefahrenste Figurendesign eines Comics, Maximilian Hillerzeder würde ihn dieses Jahr abräumen. Schon der titelgebende Maertens beeindruckt mit dem wohl längsten Kinn der Comicgeschichte, aber das ist noch ein vergleichsweise konventionelles Feature im Vergleich zu den Nebenfiguren: Ein Mann, dessen Nase und Ohren nicht zu seinem Kopf gehören zu scheinen, diverse anthropomorphe Tiere, Polizisten mit Köpfen in Form von Spannpratzen und diverse Typen mit Gebüschkopf oder Lauchgesicht, wandelnde Zweigchen, Kürbisköpfe oder meine Lieblingsfigur, der Playstationhead. Und doch hat man irgendwie das Gefühl, diese Typen zu kennen.