Alle Artikel in: Hintergrund

Männerfleischberge und viel, viel Sex: Gay Manga

Dass schwuler Manga sich nicht auf das eigentlich an Frauen gerichtete „Boys‘ Love“-Genre mit seinen androgynen Figuren beschränkt, ist der Internetgemeinde aufgrund illegaler Scanlations schon geraume Zeit bekannt. Doch übersetzte Lizenzausgaben ließen lange auf sich warten. Anlässlich der Veröffentlichung der Gay-Manga-Anthologie MASSIVE beim US-Verlag Fantagraphics im letzten Jahr und der noch jungen, ebenfalls ins Englische übertragenen Gay-Manga-Reihe beim deutschen Verlag Bruno Gmünder werfen wir einen Blick auf die schwule Mangaszene und ihre Akteure. Los geht es mit Michel Decomains Hintergrundbericht zur MASSIVE-Anthologie, gefolgt von Rezensionen der bisher bei Gmünder erschienenen Manga.

Grant Morrisons „The Invisibles“ – Essay Teil 1: Von Verschwörungstheorien und Terrorismus

Verschwörungstheorien, Terrorismus, Revolution – das sind die Zutaten der Serie The Invisibles, die von 1994 bis 2000 bei DC-Vertigo erschien und nachweislich als Inspirationsquelle für den Film The Matrix diente. Die Reihe genießt Kultstatus und wird den besten Werken Grant Morrisons zugerechnet, doch ist sie nie wirklich über den Status eines Geheimtipps hinausgekommen. Das hat seine Gründe. Dennoch gehört die Serie zu den aufregendsten Serien der 90er Jahre, und ich möchte erläutern, warum das so ist.

Sind das noch Comics? – Mit Webcomics ganz neu über Comic nachdenken

In Zeiten, in denen erfolgreiche Webcomics die vielfache Leserschaft von Printcomic-Bestsellern haben, wird offensichtlich, wie die althergebrachten Definitionen des Mediums immer mehr an ihre Grenzen stoßen. In diesem Essay spricht sich unser Gastautor gegen die herkömmliche Trennung von gedruckten und digitalen Comics aus und plädiert für eine neue und offenere Sichtweise auf den Comic an sich.

Moby Dick im Comic – Ein Vergleich ausgewählter Beispiele von 1942 bis heute

Hermann Melvilles Moby Dick ist ein Buch, das schon zahlreiche Adaptionen in Comicform erfahren hat, zuletzt vom Autorenteam Jouvray und Alary,  deren Version 2014 bei Splitter erschienen ist. Seit ich mich durch diese unterschiedlichen Versionen gearbeitet habe, bin ich umso beeindruckter von Jouvrays und Alarys Version, denn es ist alles andere als einfach, dieses Drama visuell aufregend darzustellen und gleichzeitig spannend zu erzählen. Aber wie hat es Philipp S. Neundorf im Comicgate-Interview 2013 zur Frage nach Literatur-Adaptionen einmal schön auf den Punkt gebracht: „Was ich kenne, ist die Lust an einem Stoff, der nicht der eigene ist. […] Man hat einfach manchmal das Gefühl, da will man selber auch mal ran. Das ist ja irgendwo die Grundmotivation, jeden Tag aufs Neue an den Stift zu gehen, um wieder mal eine Figur zu zeichnen: Vielleicht klappt es ja diesmal, den Menschen ganz, ganz neu zu entwerfen.“