Alle Artikel in: Hintergrund

Panik am Buchregal

Zensur und gesellschaftliche Hürden für Comics mit unterschiedlichen Sexualitäten und Geschlechtlichkeiten.   Comics mit queeren Inhalten hatten es immer schon schwer in Bibliotheken, analog wie digital. Selbst wenn es nicht um Sexualität, sondern wie meistens um Formen des Zusammenlebens geht, sind die Tugendwächter nicht weit. Comic-Geschichte ist immer auch Zensur-Geschichte. Zensur und gesellschaftliche Hürden für Comics mit unterschiedlichen Sexualitäten und Geschlechtlichkeiten.   Comics mit queeren Inhalten hatten es immer schon schwer in Bibliotheken, analog wie digital. Selbst wenn es nicht…

Dagobert Ducks Unternehmensgeist und das Heute

Dem reichsten Enterich Entenhausens mangelt es kaum an Facetten ‒ was ihn nun zum Verständnis modernen Wirtschaftswesens umso erforschungswürdiger macht. Fiktion und Realität stehen sich häufig näher als zu erwarten – selbst in der kargen Wirtschaftslandschaft −, wie man im folgenden Beitrag zu zeigen wissen wird. Denn eigentlich bestehen kaum Zweifel daran, wie eine spontane Antwort auf die Frage nach dem wohl paradigmatischsten, alles übertreffenden Beispiel für Reichtumsverkörperung lauten könnte. Nicht die Könige Midas und Krösus würden vorkommen, aber ein „Mann“ würde es fast immer bis auf das Siegertreppchen schaffen: Dagobert Duck. Bei einem Anflug von Skepsis versuchen Sie es am besten gleich bei Ihrem Gesprächspartner ‒ Sie werden staunen. Trotz legendärem Status wird die Comicfigur aus Carl Barks’ Feder (Jahrgang 1947) zumeist nur als solche wahrgenommen, ohne sich ihrer besonderen Komplexität (und Lehrfähigkeit im Heute) zu versehen. Nun ja, Launenkapriolen, der ausgesprochene Hang zu Dumpinglöhnen (wenn überhaupt) oder totalisierende Knauserigkeit trotz unaussprechlichen Vermögensbeständen zählen nicht unbedingt zur positiven Hinterlassenschaft an die Nachfahren. Abgesehen davon sind die literarisch hochkarätigen Inspirationsquellen (z. B. Ebenezer Scrooge aus …

Männerfleischberge und viel, viel Sex: Gay Manga

Dass schwuler Manga sich nicht auf das eigentlich an Frauen gerichtete „Boys‘ Love“-Genre mit seinen androgynen Figuren beschränkt, ist der Internetgemeinde aufgrund illegaler Scanlations schon geraume Zeit bekannt. Doch übersetzte Lizenzausgaben ließen lange auf sich warten. Anlässlich der Veröffentlichung der Gay-Manga-Anthologie MASSIVE beim US-Verlag Fantagraphics im letzten Jahr und der noch jungen, ebenfalls ins Englische übertragenen Gay-Manga-Reihe beim deutschen Verlag Bruno Gmünder werfen wir einen Blick auf die schwule Mangaszene und ihre Akteure. Los geht es mit Michel Decomains Hintergrundbericht zur MASSIVE-Anthologie, gefolgt von Rezensionen der bisher bei Gmünder erschienenen Manga. Dass schwuler Manga sich nicht auf das eigentlich an Frauen gerichtete „Boys‘ Love“-Genre mit seinen androgynen Figuren beschränkt, ist der Internetgemeinde aufgrund illegaler Scanlations schon geraume Zeit bekannt. Doch übersetzte…

Grant Morrisons „The Invisibles“ – Essay Teil 2: Gott bewahre uns vor dieser Utopie!

Dies ist der zweite und abschließende Teil einer näheren Betrachtung von Grant Morrisons Serie The Invisibles, die von 1994 bis 2000 bei DC-Vertigo erschien. Zu Teil 1 geht es hier. Dies ist der zweite und abschließende Teil einer näheren Betrachtung von Grant Morrisons Serie The Invisibles, die von 1994 bis 2000 bei DC-Vertigo erschien. Zu Teil 1 geht es hier.

Grant Morrisons „The Invisibles“ – Essay Teil 1: Von Verschwörungstheorien und Terrorismus

Verschwörungstheorien, Terrorismus, Revolution – das sind die Zutaten der Serie The Invisibles, die von 1994 bis 2000 bei DC-Vertigo erschien und nachweislich als Inspirationsquelle für den Film The Matrix diente. Die Reihe genießt Kultstatus und wird den besten Werken Grant Morrisons zugerechnet, doch ist sie nie wirklich über den Status eines Geheimtipps hinausgekommen. Das hat seine Gründe. Dennoch gehört die Serie zu den aufregendsten Serien der 90er Jahre, und ich möchte erläutern, warum das so ist. Verschwörungstheorien, Terrorismus, Revolution – das sind die Zutaten der Serie The Invisibles, die von 1994 bis 2000 bei DC-Vertigo erschien und nachweislich als Inspirationsquelle für den Film The Matrix diente….