Alle Artikel in: Berichte & Interviews

„Der Surrealismus hilft mir, das Gefühlsleben der Personen darzustellen“  – Ein Gespräch mit Jimmy Liao

Es war einmal vor langer, langer Zeit im Jahre 2001, da erschien im Coppenrath Verlag ein kleines, poetisches Bilderbuch für Erwachsene, das hieß Wie die Liebe so spielt. Es war die erste Veröffentlichung eines Bilderbuchs von Jimmy Liao. Keiner hätte damals gedacht, dass Jimmy Liao irgendwann als Geheimtipp in der Comicszene landen würde. 2009 erschien das Buch ein zweites Mal, diesmal bei Jacoby & Stuart, in neuer, nicht unbedingt besserer Übersetzung, und wieder blieb es danach still um Liao. Der Funke mochte nicht so recht überspringen.

Meine Geschichten sind klüger als ich selbst! – Ein Interview mit Horus W. Odenthal

„Wenn im Wald ein Baum umfällt, und niemand ist da, es zu hören, gibt es dann wirklich ein Geräusch?“ – Horus W. Odenthal schrieb diesen Satz 2014 im Nachwort seines Urban-Fantasy-Romans Stadt des Zwielichts. Daraus spricht das dringende Bedürfnis jeden Autors, auch gelesen zu werden. Horus‘ Autorenkarriere begann in den späten 1980er Jahren mit ersten Comicprojekten wie Jarro oder Brennan Moore. Für seine dreiteilige Albenreihe Schattenreich konnte er amerikanische Küstler wie David Lapham, Alex Simmons und Colleen Doran sowie den Newsletter Comic Shop News für wohlwollende bis enthusiastische Empfehlungen seiner Serie gewinnen, später schaffte er den Sprung zu einem Großverlag, als er bei Egmont mit Wüstensöhne und Schiller zwei opulent produzierte Alben veröffentlichen konnte.

„In Taipeh sind alle immer am pushen!“ – Interview mit der Künstlerin 61chi

Ein Schwerpunktthema des Münchner Comicfestivals war der Themenkomplex „Comics aus Taiwan“. Hier standen vor allem die Künstler des umtriebigen Chinabooks-Verlags im Fokus, denen je eine kleine Werkschau gewidmet wurde, darunter auch der jungen Künstlerin 61chi. Während die meisten Teilnehmer des Festivals ihren Namen wie selbstverständlich auf Englisch aussprachen („Sixtyone-chi“), ist ihr Name in Wirklichkeit weniger sperrig, als es zunächst den Anschein hat. Das chinesische Wort für die Zahl 61 lautet „liù shí yī“ und ist lautgleich zu ihrem tatsächlichen Namen, entsprechend wird ihr Name „LiuChi“ gesprochen.

Drei Tage auf dem Comicfestival München 2019

In alter Comicgate-Tradition möchte ich hier einige subjektive Eindrücke des Comicfestivals 2019 schildern. Natürlich ist mir klar, dass ich viele Highlights und Panels nicht erlebt habe, denn weder habe ich den Zeichenkurs bei Katja Klengel mitgemacht noch eine Führung durch die Ausstellung zu „80 Jahre Batman“ mit Eduardo Risso. Auch Gudrun Penndorf habe ich nicht erlebt, nicht mal Giorgio Cavazzano bei seinem Künstlergespräch, obwohl er schon lange zu meinen liebsten Disney-Künstlern zählt. Der Andrang am Signierstand war bei ihm übrigens sehr groß. Ganz anders als vor einigen Jahren, als Cavazzano für Panini seinen Spiderman signierte, wo ihm keineswegs der Stand eingerannt wurde, kauften alle wie wild die luxuriöse Prachtausgabe seines Micky Maltese. Sicherlich eine seiner besten Disney-Adaptionen und sehr respektvoll gegenüber dem Originalmaterial, aber das Überformat ist schon Wahnsinn für einen Comic, der für das Taschenbuchformat konzipiert wurde.

Von Zeitreisen und Nornen: Interview mit Erik

Zehn Jahre arbeitete Zeichner und Autor Frank Erik Weißmüller (Künstlername Erik) an seiner epischen Zeitreisegeschichte Deae ex machina. Vierhundert Seiten lang verfolgten die Leser die Pläne der drei Schicksalsgöttinnen Urd, Skuld und Verdandi, deren Geschichte Ende 2018 mit dem fünften Band der Reihe endete. Wir haben Erik zu diesem Anlass ein wenig über die Entstehungsgeschichte seiner Serie befragt und er beantwortet die großen Fragen über schlecht beschriftete Schicksalsstäbe, geplante Enden und ob Geschichte eine Moral hat.

Gewaltlose Heldinnen und heldenhafte Alter Egos – Interview mit Ines Korth und Sarah Burrini

Auf dem diesjährigen Comic-Salon Erlangen haben sich Sarah Burrini und Ines Korth bereit erklärt, mit Jan-Niklas Bersenkowitsch ein wenig über ihre Projekte Nerd Girl und Massu Schmiedstochter zu plaudern. Beide Comics haben ihren Ursprung im Web und sind im Sommer als gedruckte Bände erschienen. Im Gespräch ging es um Themen wie Arbeitsteilung, Lieblingsszenen und wie schwer es ist, sich als Autorin von den eigenen Figuren zu lösen.