Autor: Christian Muschweck

Welcome to the Jungle: Die frühen Robinson-Comics von Willi Kohlhoff

Dass die Welt im Jahr 1980 eine gänzlich andere war als die jetzige, wird einem schnell bewusst, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Abstand zum Kriegsjahr 1940 ebenso weit entfernt davon ist wie der Abstand zum aktuellen Jahr 2020. Ich erinnere mich daran, wie ich 1980 als kleiner Siebenjähriger im Schwabacher Supermarkt fasziniert die Super-8-Box des Films Nackt unter Kannibalen betrachtete und mir im Kopfkino ausmalte, was man in dem Film wohl so sehen könnte. Die Welt der Erwachsenen kam mir damals unheimlich vor. (Bekannt ist Nackt unter Kannibalen auch unter dem Titel Black Emanuelle. Regisseur ist der berüchtigte Joe D‘Amato).

Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers

In Flann O’Briens Roman Der Dritte Polizist gibt es einen Kunsthandwerker, der eine handwerklich hochwertige Kassette herstellt. Danach fertigt er die perfekte Kopie dieser Kassette an, nur kleiner, damit er sie in der ersten Kassette deponieren kann. Dann kommt auch in diese Kassette eine noch kleinere Kassette hinein, dann noch eine, man kann sie nun nur noch mit starkem Vergrößerungsglas sehen, dann noch eine, inzwischen sind die Kassetten so klein, dass sie sogar in der Vergrößerung unsichtbar bleiben. Gefertigt werden diese Miniaturen in aufwendigem Verfahren mit ebenso unsichtbaren Werkzeugen – was sonst? Man kann ja sonst gar nicht mehr in die Ecken hineinarbeiten.

Outlaw Nation 1: Das Ende

Outlaw Nation. Schon der Titel weckt Erinnerungen an den schnöden Antiamerikanismus, den ich in meiner Kindheit auf dem Land noch erleben – nicht jedoch erlernen oder gar verinnerlichen – musste.  Eigentlich hätte die von 2000 bis 2002 bei DC-Vertigo erschienene Serie ja The Great Satan heißen sollen, aber der Hausverlag DC hat gegen den Titel Veto eingelegt. Ob man es sich bei den Christen nicht verscherzen wollte oder ob man eine zu große Nähe zum gleichlautenden Jihad-Kampfbegriff verhindern wollte? Es ist normalerweise eher selten, dass eine Intervention von verlegerischer Seite etwas Gutes bedeutet, aber die Umbenennung hat uns tatsächlich den passenderen Titel beschert.