Autor: Christian Muschweck

Business Worm

Die Hauptfigur aus Tim Gaedkes Business Worm ist ein im Leben angekommener BWLer: Einer dieser smarten, coolen, unauffälligen Anzugträger, die dem verantwortungsvollen Job nachkommen, tagein, tagaus Aktien zu kaufen und zu verkaufen, um das liebe Geld zu vermehren. Nebenbei schlürft dieser lässige Spezialist fürs Monetäre seinen Bürokaffee, sitzt nach der Arbeit entspannt im Park, um eine zu qualmen, abends fährt er noch mit dem Taxi zum Wirt und genehmigt sich einen Drink. Irgendwann, spät abends kommt er dann heim, wo er schon freudig von seinem Sohn erwartet wird. Man verbringt noch etwas – eher etwas zu wenig – quality time miteinander, dann geht der Business Worm mit seligem Lächeln ins Bett. Oder ist das kein Lächeln, sondern nur die Perspektive, in der man seine Wurmringel sieht? Irgendetwas in dem Bild jedenfalls ist schief, und das hat nichts damit zu tun, dass uns die vorliegende Geschichte mit Tierfiguren erzählt wird. Die Irritation liegt tiefer.

„In Taipeh sind alle immer am pushen!“ – Interview mit der Künstlerin 61chi

Ein Schwerpunktthema des Münchner Comicfestivals war der Themenkomplex „Comics aus Taiwan“. Hier standen vor allem die Künstler des umtriebigen Chinabooks-Verlags im Fokus, denen je eine kleine Werkschau gewidmet wurde, darunter auch der jungen Künstlerin 61chi. Während die meisten Teilnehmer des Festivals ihren Namen wie selbstverständlich auf Englisch aussprachen („Sixtyone-chi“), ist ihr Name in Wirklichkeit weniger sperrig, als es zunächst den Anschein hat. Das chinesische Wort für die Zahl 61 lautet „liù shí yī“ und ist lautgleich zu ihrem tatsächlichen Namen, entsprechend wird ihr Name „LiuChi“ gesprochen.