Autor: Christian Muschweck

Conan, der Cimmerier 1 und 2

Wenn man sich der Figur Conan auf respektvolle Weise annähern möchte, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste besteht darin, die Geschichten von Robert E. Howard zu adaptieren. Die zweite Herangehensweise ist, Robert E. Howard ebenfalls zu adaptieren, darüber hinaus aber die vielen biografischen Lücken des Barbaren zu ergänzen – möglichst im Sinne Howards – und so eine große epische Erzählung entstehen zu lassen. Der zweite Ansatz ist umstritten, tatsächlich jedoch die meiste Zeit Usus gewesen. Nimmt man ein altes Conan-Taschenbuch des Heyne-Verlags zur Hand, so bekommt man vor jeder Geschichte, die im Regelfall 20 bis 60 Seiten umfasst, eine kleine biografische Einordnung des Geschehens, so dass man bald lückenlos darüber aufgeklärt ist, in welchem Alter sich Conan an welchen Orten befand. Auf diese Weise konnten Epigonen wie Lin Carter und L. Sprague de Camp mühelos an entsprechenden Bausteinen des Epos andocken und die Erzählung nach Lust und Laune weiterspinnen.

Topcomics 2018 – Unsere Favoriten des letzten Jahres

Eine Comicgate-Tradition zum Jahresanfang ist die persönliche, subjektive Rückschau unserer Autoren auf ihre Lieblingscomics des abgelaufenen Jahres. Zum inzwischen zehnten Mal präsentieren wir unsere Highlights des Jahres – von „Eiscreme zum Lesen“ bis zum „neuen Frank Miller“: Hier sind unsere Topcomics 2018.

Sláine 5 – Der König

Die britische Comicserie Sláine und der amerikanische Indie-Comic Love and Rockets, beide aus den 80er Jahren, könnten unterschiedlicher nicht sein. Sláine ist – zumindest in seiner ursprünglichen Konzeption – kommerzielle, auf ihr jugendliches Publikum zugeschnittene „Sword and Sorcery“-Fantasy, Love and Rockets dagegen eine Independent-Reihe, bei der die Künstler zuallererst ihre persönliche Vision verfolgen und Wege abseits des Mainstreams gehen. Und doch gibt es eine verblüffende Parallele: Beide Reihen waren in ihren Anfängen alles andere als durchgeplant, vielmehr wurde zunächst munter drauflos erzählt, die erzählerischen Höhepunkte fanden in beiden Reihen erst nach mehreren Jahren Laufzeit statt. Was allemal besser ist, als nach einer spektakulären Exposition nicht zu wissen, was man eigentlich erzählen will.