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Währenddessen … (KW10)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche sonst noch so zu Gemüte geführt hat.

Andi: Im Kino habe ich mir Inherent Vice – Natürliche Mängel (was deutscher Untertitel wie auch Übersetzung ist) angeschaut. Die Romanvorlage dazu stammt von Ausnahmeautor Thomas Pynchon, dessen Werk eigentlich durchweg einen fetten „Unverfilmbar“-Stempel trägt, aber Ausnahmefilmer Paul Thomas Anderson hat für seine Script-Adaption sogar des Meisters Segen erhalten. Was er da abliefert – eine wilde Mischung aus Film Noir und psychedelischer Kiffergroteske mit einem aberwitzig verschachtelten Plot – hat mir ohne Kenntnis der Vorlage viel Vergnügen bereitet. Man kann darüber streiten, ob 149 Minuten Spielzeit nicht etwas zuviel des Guten sind, aber anderseits kann man so auch mal kurz wegdämmern (wie mir in der sehr späten Spätvorstellung passiert) und fühlt sich danach noch mehr wie Joaqin Phoenix‘ Hippie-Privatdetektiv, der zunehmend verwirrt und drogenvernebelt durch skurrile Szenarien stolpert.

Christian: Ich bin Fan von Comic-Filmadaptionen seit ich als junger Bub irgendwann in den frühen 80ern die auf Deutsch bei Moewig erschienene Adaption des ersten Alien-Films gelesen habe. Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass es solche Dinge gab – ich war völlig geplättet von dem vielen Blut und der völlig hoffnungslosen Handlung und hab mir geschworen, niemals diesen so grauenvollen Film anzusehen. Im Nachhinein begeistert mich vor allem die eigenwillige Farbgebung, die der Geschichte trotz identischer Handlung und teilweise sogar gleichen Bildern wie im Film eine völlig eigene Atmosphäre gibt. Zum Glück hat man das in der Neuauflage bei Cross Cult nur behutsam verbessert und nicht neu koloriert. So bunt war das Weltall wohl nie wieder. Ein Farbrausch, der immer wieder Freude macht. Super adaptiert.

Archie Goodwin und Walter Simonson: Alien – Der Comic. 2014, Cross Cult Verlag

Archie Goodwin und Walter Simonson: Alien – Der Comic. © 2014 Cross Cult Verlag

Daniel: Für eine Besprechung von Obacht, Lumpenpack! habe ich mit der Comiczeichnerin und Historikerin Kate Beaton geredet. Es war interessant, sich mit einer Künstlerin zu unterhalten, die Comics als eine Brücke versteht, um Themen zu vermitteln – ohne eine pädagogische Übung daraus zu machen. Die Humor nicht als Rechtfertigung für Attacken auf die Gefühle anderer sieht, sondern als verbindendes Element. Die Kanadierin ist dieses Jahr in Deutschland auf Tour.

© Kate Beaton / Zwerchfell

© Kate Beaton / Zwerchfell

Benjamin: Ich hab den Film Predestination mit Ethan Hawke in der Hauptrolle angesehen. Die Leinwandadaption, die auf einer Kurzgeschichte von Robert A. Heinlein basiert, hat mir (ohne Kenntnis der Vorlage) super gefallen, weil sie ein ruhig aufgebautes, klug erzähltes und faszinierend gespieltes Meisterwerk darstellt. Die Story dreht sich um einen Zeitreiseagenten, der in die Vergangenheit reist, um schlimme Verbrechen zu verhindern (wohl gemerkt von den 80er Jahren aus, was für einen starken Retrocharme sorgt). Den Sci-Fi-Plot darf man dabei jedoch nur als Oberfläche eines sich nach und nach entfaltenden Zeitparadox-Dramas begreifen. Mehr sollte man über den Inhalt auch gar nicht verraten. Am besten selbst anschauen, sich überraschen lassen und hinterher drüber nachgrübeln.

Frauke: Nach einer dreimonatigen Pause meldet sich Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. , ein TV-Ableger des Kinofilms Marvel’s The Avengers (mehr zum kommenden zweiten Teil siehe unten), zurück. Mich freut’s, dass es die Serie 2014 in die zweite Staffel geschafft hat und einigermaßen erfolgreich läuft, hat doch Buffy-Regisseur Joss Whedon mit Fernsehserien in späteren Jahren mehr Pech (Dollhouse sowie einer meiner all time favorites: Firefly) als Glück gehabt. Die erste Staffel war anfangs zudem leider recht lahm, hat dann aber Fahrt aufgenommen und eine solide Hintergrundgeschichte aufgebaut mit einem richtig guten Cliffhanger am Ende. Mittlerweile ist die Serie, die von Joss Whedon zusammen mit seinem Bruder Jed sowie dessen Frau Maurissa Tancharoen entwickelt wurde, sehr unterhaltsam und spannend. Wer die letzten Jahre nicht unter einem Stein gelebt hat, kennt das Team schon vom Gewinner der Herzen Dr. Horrible’s Sing-Along Blog.

Daniel: Habe mir den neusten Trailer von Avengers: Age of Ultron angesehen. Nachdem ich schon in unserem Kamingespräch über Superhelden-Verfilmungen erwähnte, dass ich ein (wie Frauke ebenso großer) Joss-Whedon-Fan bin, freue ich mich auf den neuesten Avengers-Teil. Leider werde ich das Gefühl nicht los, dass die Special Effects und ein paar markige Sprüche alles sind, was der Film zu bieten hat. Ironmans Hulkbuster-Rüstung verkörpert wohl am ehesten diesen Trend: lauter, pompöser, teurer. Doch darin steckt auch nur derselbe Tony Stark (Robert Downey Jr.). Und natürlich darf der obligatorische Teaser am Ende nicht fehlen. Aber seht am besten selbst, welche Zukunfts-Vision Marvel Entertainment eingeplant hat:

Was habt ihr diese Woche gekauft, gesehen, gelesen, gespielt? Postet eure Bilder, Geschichten und Links einfach in die Kommentare.

3 Kommentare

  1. Pingback: all the time in the world | spintongues

  2. Zagor sagt

    Da mich
    diese Woche eine Bakterienkolonie vom Planeten der Körperfresser lahmgelegt
    hat, konnte ich meinen Lesestapel dezimieren. Auf der Liste standen diesmal die
    fünf Professor Bell Bände von Joann Sfar. Professor Bell und sein Begleiter,
    das Gespenst Eliphas, gegen Teufel und den Rest der Unterwelt. Toller expressiver Stil.

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