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Währenddessen … (KW 9)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

Christian: Ich hab mich zu lange mit gewalthaltigen Erwachsenencomics beschäftigt. Inzwischen deprimiert mich das nur noch. Jetzt brauche ich einen schönen Eskapismus als Gegengift. Da kommen mir die 196 Akim-Piccolos, die ich mir vor einigen Jahren einmal auf Halde gekauft habe, gerade recht. Das ist Hansrudi Wäscher aus den 50ern, das heißt, die Plots sind noch nicht ganz so ausgefeilt wie in seinen späteren Arbeiten, aber das tut dem Zauber keinen Abbruch, im Gegenteil. Ich bin überzeugt, dass die stimmungsvollen Titelbilder auch den Wäscher-Skeptiker neugierig machen dürften. Tim Burton haben ein paar Mars Attacks-Sammelbildchen ausgereicht, um seinen besten Film zu machen und ich finde, Wäschers Covers stehen diesen Bildchen in nichts nach. Das macht Kopfkino. Zum Glück hat Steven Spielberg in seiner Jugend Tintin gelesen und nie etwas von Hansrudi Wäscher, sonst hätten wir längst irgendein schlimmes CGI-Machwerk mit animierten Riesenschlangen, Dinosauriern und Affen zu sehen bekommen. Manchmal ist es gut, wenn das Oeuvre eines Küntlers etwas unterm Radar bleibt. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Wäscher noch etwas bewusster wahrgenommen würde. Aber die Situation ist nicht mehr so kritisch wie noch vor zehn Jahren. Ich glaube nicht, dass Wäscher tatsächlich so schnell vergessen wird.

Daniel: Stellt euch vor, euer bester Kumpel wäre ein Schläfer. Er könnte ein Schläfer sein und weiß es selbst nicht. Dieses Gefühl des Misstrauens herrscht in jeder einzelnen Folge der vier Staffeln Battlestar Galactica (2003), die ich gerade wieder anschaue. Die Menschheit hat die Zylonen erschaffen, intelligente Maschinen, die rebellieren und die letzten überlebenden Menschen durch den Weltraum verfolgen. Waren die sogenannten Toaster im Original dieser Military-Science-Fiction nur Roboter mit einem roten Knight-Rider-Leuchtstreifen statt Augen, haben sie sich im neusten Ableger weiterentwickeln. Sie sehen nicht nur aus wie Menschen, sondern handeln wie Menschen, einige lieben sogar Menschen. Battlestar Galactica stellt das Vertrauen in seinen Partner, Freund und Kollegen in Frage: Ist er ein Zylone? Und wenn ja, dürfen wir ihn behandeln wie einen Menschen? Hat er Rechte? Die Serie stellt die entscheidende Frage: Was macht unsere Menschlichkeit eigentlich aus?

Was habt ihr diese Woche gekauft, gesehen, gelesen, gespielt? Postet eure Bilder, Geschichten und Links einfach in die Kommentare.