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Währenddessen … (KW 44)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

bild-1Christian: Habe neulich unter dem doppelten Boden einer Spielesammlung alte Spielebeilagen aus Micky-Maus-Heften wiederentdeckt, darunter das Brückenspiel aus den frühen 80er Jahren. Der Spielplan war arg geschunden, die Papierbox für die Spielfiguren komplett verdrückt, aber alles noch vollständig. Da ich das Brückenspiel mit seinen einfachen, aber stimmigen Regeln immer noch sehr schön zu spielen finde, habe
ich mich ans Restaurieren gemacht. Denbild-3 Spielplan habe ich auseinandergeschnitten, auf zwei Kartons geklebt und diese dann mit selbstklebender Bücherfolie stabilisiert, die Figurenbox habe ich aufgetrennt, auf dickes Papier geklebt und wieder zusammengebaut. Jetzt habe ich ein schönes Set, das wohl auch die nächsten 30 Jahre überstehen wird.

Tolle Beilagen waren das damals. Konzipiert wurde das Spiel übrigens, so steht es auf dem Spielplan, von „Bäumchen“, die Illustration ist von „Berger“. Wenn jemand genaueres über die Gestalter dieser Beilagen weiß, würde ich mich über eine Zuschrift freuen.

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Nicht nur im Kreis herumziehen und Ereignisfelder abklappern. Manche Micky-Maus-Spiele waren spielerisch durchaus reizvoll.

Thomas: Endlich bin ich dazu gekommen, mich der ShortBox-Lieferung zu widmen, die bereits vor einigen Wochen bei mir ankam. ShortBox ist eine von der britischen Bloggerin Zainab Akhtar gegründete „Überraschungskiste“ mit einer von ihr kuratierten Auswahl von Indie- und Minicomics, die entweder exklusiv für ShortBox entstanden sind oder in der Regel nur direkt bei den jeweiligen Künstlern zu haben sind. Die erste Box im Frühjahr war innerhalb weniger Stunden ausverkauft, bei der zweiten hatte ich Glück. Für insgesamt 43 britische Pfund (inkl. Versand) bekam man ein Päckchen mit fünf sehr unterschiedlichen Comics, dazu noch einen Druck, einen niedlichen Anstecker (der „Pak Choi Pal“) und ein paar Süßigkeiten.

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Die fünf Comics stammen von vier Künstlerinnen und einem Künstler, von denen ich vorher noch nie gehört oder gelesen hatte; alle sind relativ jung und leben global verstreut in England, USA, Australien oder Belgien. Dass ich alle diese Künstler auf herkömmlichen Wegen entdeckt hätte, ist sehr unwahrscheinlich. Zainab Akhtar aber hat die große Gabe, interessante Talente aufzuspüren und sie mit einem Publikum zu verbinden. Da die Comics formal, stilistisch und inhaltlich sehr verschieden sind, sollte man als Leser eine Portion Offenheit und Neugier mitbringen – dann wird man belohnt mit fünf lesenswerten Comics, bei denen es mir gar nicht so leicht fällt, einen Favoriten zu benennen. Wenn ich nur einen der fünf behalten dürfte, wär’s wahrscheinlich Heavy Air von Lizzie Stewart. Sie erzählt darin von einem heißen Sommertag in einer Vorstadtsiedlung, an dem sich ein großes Gewitter ankündigt. Während die Luft immer drückender wird, entdecken die in der Siedlung spielenden Kinder einen schwer verletzten Fuchs und beschließen, ihm ein würdiges Ende zu bereiten. Das Besondere an Heavy Air ist vor allem die Stimmung, die in dieser Jugenderinnerung extrem gut transportiert wird. Man spürt beim Lesen die Schwüle und die sich immer bedrohlicher aufragenden Wolkentürme, die dem Vorstadtnachmittag eine irgendwie irreale und doch seltsam vertraute Atmosphäre verleihen. Auch die anderen Comics in der Box fand ich mindestens interessant und meistens richtig gut, so dass ich schon sehr gespannt bin, was in der nächsten Box drin sein wird. Ab Ende November soll diese bestellbar sein.

Frauke: Am 8. November sind endlich die Spekulationen und Prognosen vorbei, dann wird ein neuer US-Präsident gewählt. Nerd-Liebling Joss Whedon, der sich bisher öffentlich nicht sonderlich politisch gab, scheint das diesmalige Rennen aber derart Sorgen zu bereiten, dass er sich deutlich für die Demokratische Partei und Hillary Clinton ausspricht und stark macht. Er sammelte diverse bekannte und unbekannte Schauspieler und filmte kurzweilige, gern auch mal etwas pathetische Videos als Aufruf, wählen zu gehen (um in den USA wählen zu dürfen, muss man sich zuerst registrieren) und zu den Gefahren, die er sieht, falls Donald Trump gewinnen sollte. Das Ergebnis ist zu finden auf Whedons Seite Save The Day.

Frauke: Trainspotting war einer DER Filme meiner Jugend. Und dass er schon zwanzig Jahre alt ist, ruft mir wieder mal leidvoll ins Gedächtnis, wie schnell die Zeit vergeht. Was aus den Hauptfiguren nach zwanzig Jahren geworden ist, zeigt die Fortsetzung T2 Trainspotting, für den die komplette (und mittlerweile größtenteils berühmte) Originalbesetzung zusammengetrommelt werden konnte. Bei uns läuft er am 16. Februar 2017 an. Hier der erste lange Trailer, der diese Woche erschienen ist:

Was habt ihr diese Woche gekauft, gesehen, gelesen, gespielt? Postet eure Bilder, Geschichten und Links einfach in die Kommentare.