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Währenddessen … (KW 22)

In der Kolumne „Währenddessen …“ zeigt die Comicgate-Redaktion, was sie sich diese Woche so zu Gemüte geführt hat.

Christian: Ist das echt schon 25 Jahre her? Damals sagte der Comichändler zu mir, die neue Independent-Reihe Spawn von Image Comics wäre das kommende Riesending – und so habe ich das damals angetestet, auch wenn diese Sorte Superheldencomic nicht meinem üblichen Beuteschema entsprach. Zugegeben, nach 25 Heften habe ich das Abo genervt wieder gekündigt, denn die Story ging nicht wirklich voran und war auch noch unnötig kompliziert erzählt. Die Gastbeiträge von Alan Moore, Frank Miller und Neil Gaiman haben die zähe Story noch mehr gebremst und zerschossen; wirklich originell war lediglich der Beitrag von Dave Sim, alles andere war schaler, jugendfreier Splatter – und das Gedöns über einen Endfight zwischen Himmel und Hölle fand ich auch eher primitiv.

Später wurde Todd McFarlane dann dank seines Streits mit Neil Gaiman und angesichts der Tatsache, dass er auf den Rechten zu Miracleman saß, endgültig zum Feindbild. Aber sind wir mal ehrlich: Miracleman an die Wand gefahren haben letztendlich andere. So richtig böse kann ich dem Toddler wegen dieser alten Geschichte jedenfalls nicht mehr sein. Stattdessen weckt die Director’s Cut-Ausgabe der Nr. 1 von Spawn, die jetzt zum Jubiläum erscheint, durchaus wärmende Gefühle. Mal abgesehen davon, dass McFarlane nicht wirklich einen guten Plot entworfen hat, sind seine Zeichnungen und Layouts eben trotzdem ziemlich geil. Im Jubiläumsheft sind sie schwarzweiß – sieht klasse aus – und Todd bringt zu jeder Seite einen Kommentar, in dem er seinen damaligen Schaffensprozess noch einmal Revue passieren lässt. Das macht wirklich Spaß zu lesen. Und mit einem Mal wird mir klar, dass er eben doch ein großer Künstler ist, der die Optik der 90er maßgeblich geprägt hat. Und auch das durchdachte, abwechslungsreiche und kreative Lettering überzeugt.

Daniel: Durchgespielt! Nach ca. 30 sehr unterhaltsamen Stunden endet nun meine Zeit mit Aloy, der Heldin vom Horizon: Zero Dawn. In einer nicht allzu fernen Zukunft leben Menschen wieder in primitiven Volksstämmen zusammen. Sie jagen in der Wildnis, beten Götter an. Sprich ganz normale Menschen. Die größtenteils unberührte Natur durchstreifen riesige Maschinenwesen. Sie leben so friedlich mit den Menschen zusammen, wie es die Natur eben zulässt. Was aber wenn die Elektrotiger und -alligatoren sich auf einmal komisch verhalten und gezielt Menschen jagen? Das gilt es gemeinsam mit Aloy herauszufinden.

Das Computerspiel Horizon: Zero Dawn hat mich vor allem wegen der Erzählung fasziniert. Wie auch bei Uncharted 4 gelingt es den Spieleentwickler ein spannendes Narrativ aufzubauen. Die Spielfilmelemente finden aber nicht nur in den schönen Cut-Scenes statt, sondern im Spiel selbst. Mittelpunkt der Handlung ist die weibliche Hauptfigur Aloy, die nicht aus Brüsten und Pistolen besteht, wie ihre Kollegin Frau Croft, sondern durch ihre Persönlichkeit heraussticht. Aloy glänzt, vom Spieler gesteuert, durch ihren Humanismus – und dadurch, dass Sie brennende Pfeile auf explosive Container auf den Rücken von Maschinenbüffel abfeuert. Horizon: Zero Dawn ist so gut inszeniert, dass einem weder die Vielzahl an Möglichkeiten in der Open World, noch multiple Sidequests langweilig erscheinen, sondern als Teile eines stimmigen Gesamtpakets zusammengeschnürt wurden.

Was habt ihr diese Woche gekauft, gesehen, gelesen, gespielt? Postet eure Bilder, Geschichten und Links einfach in die Kommentare.