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Links der Woche 3/16: Fuchs, Luchs, Hase, Pinguin

Die unwürdige Geschichte um den Grand Prix von Angoulême geht weiter. Daneben gibt es diese Woche u.a. ein Sex-Skandälchen aus Tschechien, Medienpädagogik und ganz viel Pow!Boom!Crash! in einem GIF.

So now Claire Wendling doesn’t want the Angoulême Grand Prix either
The Beat, Heid MacDonald
Die Vergabe des Grand Prix von Angoulême entwickelt sich weiter zu einem unwürdigen Schauspiel. Nach den Protesten gegen eine Longlist möglicher Preisträger, die rein männlich besetzt war, entschieden sich die Organisatoren für eine freie Abstimmung ohne Namensliste. Am 20. Januar wurden nun die Top 3 dieser Abstimmung bekanntgegeben. Und siehe da: Neben Alan Moore und Hermann, die beide schon im letzten Jahr im Finale des Votings standen, taucht da auch eine Frau auf, nämlich Claire Wendling (Die Lichter des Amalu). Der nächste Ärger ist allerdings schon vorprogrammiert: Sowohl Moore als auch Hermann stehen zum wiederholten Mal im Finale und haben in der Vergangenheit klar gemacht, dass sie den Preis nicht annehmen wollten (vermutlich auch deshalb, weil mit dem Preis eine gewisse Verpflichtung, nämlich die Festival-Präsidentschaft im Folgejahr, einhergeht). Und auch Wendling schrieb nun auf Facebook, man solle doch bitte nicht für sie stimmen. Drei Kandidaten also, von denen eigentlich niemand gewinnen will. Auf Französisch heißt sowas wohl Farce (siehe auch die beiden Berichte auf Dreimalalles).
Währenddessen behandelt Bart Beaty aus internationaler Perspektive die Frage „How Important is Angoulême?“

© Ferdinand Lutz

© Ferdinand Lutz

Timster – 25. Comics
KIKA
In der Sendung Timster, einem Medienmagazin für Kinder, das im Kinderkanal läuft, ging es letzte Woche um Comics. Zu Gast war Ferdinand Lutz (Q-R-T – Der neue Nachbar), zusammen mit Moderator Tim Gailus entwirft er im Lauf der 15-minütigen Sendung einen kleinen Comic („Hase und Pinguin“) und zeigt ein paar Beispiele.

Im Auto einen blasen
taz, Alexandra Mostyn
Skandälchen beim populären tschechischen Kinder-Comic-Magazin Čtyřlístek: Der Zeichner Bohumil Fencl hat über lange Zeit immer wieder mal kleine Zweideutigkeiten und pornografische Elemente als kleine „Easter Eggs“ in seinen Bildern versteckt, was anscheinend bislang niemandem aufgefallen war. In der neuesten Ausgabe wurde es dann doch bemerkt und bei Facebook mit großem Amüsement diskutiert. Zeichner Fencl allerdings darf nicht weiter bei Čtyřlístek zeichnen, er wurde umgehend rausgeworfen.

Die Comic-Übersetzerin Erika Fuchs
Bayerisches Feuilleton, Markus Metz und Georg Seeßlen
Der Kulturkanal des Bayerischen Rundfunks widmet eine lange Sendung der legendären Disney-Übersetzerin Erika Fuchs und den sprachlichen Besonderheiten ihrer Übertragungen ins Deutsche. Als O-Töne sind neben Archivaufnahmen von Fuchs selbst auch Buchautor und Donaldist Ernst Horst sowie Alexandra Hentschel, Leiterin des Erika-Fuchs-Hauses, zu hören. (MP3, 53 Minuten)

Geschichten aus dem Internet
thewebsters.ch, Matthias Leutwyler
Medienpädagogik mithilfe von Comics versucht das Schweizer Bundesamt für Kommunikation auf dieser neuen Website. In 15 Kurzcomics von Matthias Leutwyler werden Gefahren und Probleme thematisiert, die Kindern und Jugendlichen beim Umgang mit dem Internet begegnen können, dazu gibt es Infos und Verhaltenstipps in Textform.

Der LUCHS-Preis 2015 geht an Reinhard Kleist für „Der Traum von Olympia“
ZEIT Verlagsgruppe, Johanna Spanier
Die Jury, die für die Wochenzeitung Die Zeit jeden Monat ein besonderes Kinder- und Jugendbuch mit dem „Luchs“ auszeichnet, hat nun aus den 12 Luchsen des vergangenen Jahres den Luchs-Preis 2015 gekürt, der mit 8.000 Euro dotiert ist. Die Wahl fiel auf Reinhard Kleists Comic Der Traum von Olympia, der die Geschichte der somalischen Leichtathletin Samia Yusuf Omar erzählt, die 2012 auf der Flucht nach Europa auf dem Mittelmeer ums Leben kam.

Comicbuchpreis – Ausschreibung
Berthold Leibinger Stiftung, Brigitte Diefenbacher
Der höchstdotierte deutsche Preis für Comics geht in seine dritte Runde: Ein halbes Jahr lang läuft die Ausschreibung für den Comicbuchpreis, bewerben kann man sich mit einem „unveröffentlichten, deutschsprachigen Comic, dessen Fertigstellung absehbar ist“.

Ausstellungsplakat SuperQueeroes, © Swen Marcel

Ausstellungsplakat SuperQueeroes, © Swen Marcel

SuperQueeroes – Unsere LGBTI*-Comic-Held_innen
Schwules Museum
Im Schwulen Museum in Berlin hat eine große Ausstellung eröffnet, die bis zum 26. Juni läuft und mit einem Veranstaltungsprogramm begleitet wird: Es geht um „queere Comics“, in denen LGBTI*-Personen tragende Rollen spielen. Der Titel „SuperQueeroes“ spielt zwar auf Superhelden an, die Ausstellung versteht unter „Held_innen“ aber auch generell Figuren sowie AutorInnen und ZeichnerInnen von Comics, in denen Schwule, Lesben und Trans-Personen vorkommen. Siehe dazu auch diesen Artikel aus der taz. Ein englischsprachiges Interview mit Kurator Justin Hall (plus Bilderstrecke) gibt es bei Advocate.

Every Batman Fight Scene Onomatopoeia in One Alphabetical GIF
Fast Company, KC Ifeanyi
Die legendäre, quietschbunt-poppige Batman-Fernsehserie mit Adam West wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Besonders berühmt wurden die in den Actionszenen eingeblendeten Soundwords. Hier gibt es nun angeblich alle 87 Onomatopöien aus der Serie und dem Kinofilm, gesammelt in einem GIF. Warum? Weil es geht.

Star Wars Episode 7.5: The Complete 14-Page Saga
Facebook, Stephen Byrne
Seit der neue Star Wars-Film in den Kinos läuft, werden in den Social Networks zahlreiche gezeichnete Hommagen an die neuen Figuren herumgereicht, wie z.B. die Calvin & Hobbes/Star Wars-Mashups von Brian Kesinger. Besonders hübsch finde ich aber diesen 14-seitigen, wortlosen Comic von Stephen Byrne, in dem Rey, BB-8 und ihre Freunde gegen einen bösen Jar Jar Binks antreten.