Monate: September 2015

Porn Story

Ralf König nähert sich immer mehr Woody Allen an und macht verlässlich Jahr für Jahr seine Gesellschaftskomödie über ein klar abgestecktes Themengebiet. Mit seinem neuesten Werk ist er nach der Weltraum-Extravaganza Barry Hoden wieder ganz auf der Erde angekommen – und dreht den Fokus dabei beinahe komplett um: Nicht die unendlichen Weiten des Weltalls sind diesmal das Thema, sondern die unendlichen Weiten in den Köpfen jedes einzelnen Individuums. Natürlich handelte auch das Vorgängerwerk, Barry Hoden, nicht wirklich vom Weltraum, aber immerhin war es ein rein eskapistischer Spaß für fortgeschrittene Ralf-König-Leser. Porn Story dürfte deutlich ernster gemeint sein, auch wenn der Spaß dabei nach wie vor nicht zu kurz kommt. Ralf König nähert sich immer mehr Woody Allen an und macht verlässlich Jahr für Jahr seine Gesellschaftskomödie über ein klar abgestecktes Themengebiet. Mit seinem neuesten Werk ist er nach der Weltraum-Extravaganza…

Links der Woche 38/15: Fanzineforschung und Fördergeld

Letzte Woche wurden wieder diverse Preise vergeben, Funnycomic-Held Titeuf tritt in einem sehr ernsten Comic auf, und wir werfen einen Blick auf veränderte Karrierewege von Comicmachern in den USA. Letzte Woche wurden wieder diverse Preise vergeben, Funnycomic-Held Titeuf tritt in einem sehr ernsten Comic auf, und wir werfen einen Blick auf veränderte Karrierewege von Comicmachern in den USA.

Weiß wie der Mond

Es mag viele überraschen, dass in den letzten Jahren ab und zu Reiseliteratur in Comicform erscheint. Dabei ist dieses Medium im Grunde prädestiniert dafür. Romane oder rein schriftliche Reiseberichte können „nur“ die Fantasie des Lesers anregen, dieser muss sich anhand der Beschreibungen selbst ein Bild von den Örtlichkeiten machen. Dokumentarfilme, filmische Reiseberichte und Fotobücher können die Ansichten zwar optisch vermitteln, aber für die subjektiven Eindrücke der Autoren braucht es zusätzliche Beschreibungen. Man muss sich also wieder auf das Wort verlassen, welches die Bilder anreichert. Womit man direkt beim Comic wäre: Denn bereits die Art der Gestaltung der Bilder ist eine Interpretation und gibt die Wirklichkeit nicht eins zu eins wieder, wie es etwa Filme und Fotos suggerieren, sondern so, wie sie der Maler bzw. Zeichner empfunden hat. So besitzen sie von vornherein gar nicht den Anspruch der Objektivität. Natürlich kommt man auch hier nicht ohne beschreibende Worte aus, aber sie betreffen weniger den Gegenstand an sich, sondern die von ihm ausgehende Impression. Es mag viele überraschen, dass in den letzten Jahren ab und zu Reiseliteratur in …